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Gegenansingen

Fast jeden Tag in der Vorweihnachtszeit habe ich mit den Kindern am Adventskranz Weihnachtslieder gesungen. Im Prinzip üben wir die Lieder nur, damit wir sie Heiligabend auswendig können. Wir suchen uns jeder reihum ein Lied aus, und wer gerade zu Besuch da ist muss mitmachen. Ach, das ist so schön. Je mehr, desto besser.


Und ich muss sagen, so bin ich gut durch diese Zeit gekommen. Trotz allgegenwärtiger Pandemie-Beschallung und Dunkelheit bin ich recht vergnügt und energiegeladen. Ich bin überzeugt, dass kommt von der Singerei.


Ich bin wirklich keine begnadete Sängerin, im Gegensatz zu meiner Schwester, die als Sängerin die Bühnen rockt. Und doch singe ich voll gerne, weil ich merke, dass es was Gutes mit mir macht. Das erste Mal so richtig aufgefallen ist mir das, als ich eine Woche in einem Ashram verbrachte, wo abends immer Kirtans, das sind spirituelle Lieder aus der indischen, yogischen Tradition, gesungen wurden.

 

Ich weiß nicht, ob das am Atemfluss lag, oder an dem angenehmen Vibrieren in meinem Inneren, oder dass ich in der Zeit so auf das Singen fokussiert war, dass kein Platz war für sorgenvolle Gedanken.


Im Deutschen Ärzteblatt 11/2015 ist sogar nachzulesen, dass das aktive Singen zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Oxytocin, einer erhöhten Produktion von Immun-globulin A und einer Verminderung der Konzentration des Stresshormons Cortisol führt.


Ist das ein Grund, warum Kinder, die ja noch viel singen, tendenziell glücklicher sind, als die Erwachsenen in unserer Gesellschaft? Früher hat man gemeinsam zuhause musiziert, oder war sonntags in der Kirche und hat dort gesungen. Wo singen wir denn heute noch? Manchmal vielleicht im Auto, wenn ein alter Song im Radio läuft. Unter der Dusche hab ich zumindest noch nie gesungen.


Inzwischen wird auch in der Therapie vermehrt gesungen. Was für Krebspatienten gut ist, kann für Alkoholkonsumenten nicht schlecht sein. Wie wäre es mal, gegen den Suchtdruck gegenanzusingen? Singt das Bedürfnis nach dem Wein oder dem Bier einfach weg! Weihnachten ist dafür perfekt.


Und für nach Weihnachten werde ich mir auch ein Konzept für eine tägliche Gesangseinlage überlegen. Vielleicht hole ich doch mal wieder die Klampfe raus, um Lagerfeuerlieder zu üben. Und ich muss unbedingt noch die neuen Songs für das Ärzte-Konzert nächsten Sommer auswendig lernen, damit ich ordentlich mitgröhlen kann. Oder ich lerne mal meinen aktuellen Lieblingssong auswendig (Shiver 😉). Oder ich durchforste mal die Mantra-Playlisten bei Spotify oder Amazon Music…

Sing! Eure Corinna

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Corinna Menze  +  Michael Weiger  /  ex&hopp - Alkoholfrei-Challenge