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Ob Alkohol entspannt…

Ob Alkohol entspannt…   

Ich habe – wie viele unserer Challenger – Alkohol als Instrument zur Entspannung gebraucht. Nach einem langen anstrengenden Tag verhieß die Bierflasche oder das Weinglas „Feierabend“. Jetzt war es Zeit, die Füße hochzulegen, mal an mich selbst zu denken und mir was zu gönnen. Das galt für das gemeinsame Abendessen wie auch allein vor dem Fernseher. Na, und an den Wochenenden erst recht. Aller Stress wurde abgewaschen mit dem Genuss eines alkoholischen Getränks.

Harald Juhnke soll auf die Frage nach seiner Definition von Glück geantwortet haben: „Keine Termine und leicht einen sitzen." Aaaaah, ja, das klingt nach Entspannung…

Ich hielt lange fest an dem Glaubenssatz: „Alkohol entspannt mich.“ Dies hinderte mich daran, den Alkohol loszulassen. Wie soll ein Leben sein ohne Alkohol? Ein Leben mit noch mehr Stress? Warum sollte ich mir das antun? Diesen Glaubenssatz habe ich aufgelöst mit der Methode „The Work“. Ich nehme euch einfach mal mit durch diesen Prozess.

„Alkohol entspannt mich“ – ist das wahr?

Jawohl. Ich habe es mir abends nach dem Tagewerk gerne auf dem Sofa gemütlich gemacht.

„Alkohol entspannt mich“. Ist das wirklich immer wahr, zu 100 Prozent?

Naja… also immer… Alkohol hat mich auch schon mal in Situationen gebracht, die sicher nicht immer entspannt waren… Also, okay, vielleicht nicht zu 100%

Was passiert mit mir, wenn ich den Gedanken „Alkohol entspannt mich“ glaube? Welchen Einfluss hat dieser Gedanke auf meine Gefühle und mein Verhalten?

Nun, es lässt mich am Alkohol festhalten als Instrument zur Entspannung. Es blendet andere Dinge aus, die mich vielleicht auch entspannen könnten. Es verleitet mich dazu Alkohol zu trinken, wenn ich das Bedürfnis nach Entspannung habe. Der Gedanke lässt mich nur den entspannenden Aspekt des Alkohols sehen, aber nicht seine negativen Seiten. Wenn ich ehrlich bin, versetzt es mich in Stress, wenn ich keinen Alkohol da habe, um zu entspannen.

Wer wäre ich ohne diesen Gedanken „Alkohol entspannt mich“?

Ich hätte nicht die Verknüpfung von Alkohol und Entspannung. Ohne diesen Gedanken würde ich vermutlich andere Wege zur Entspannung nutzen.

Nun wird der Glaubenssatz umgekehrt und für die Umkehrungen jeweils mindestens drei Beweise gefunden, dass diese Aussagen auch wahr oder sogar wahrer sind als der Ausgangssatz. Dies führt dazu, dass der ursprüngliche Glaubenssatz an Macht verliert, weil die Allgemeingültigkeit des Satzes in Frage gestellt wird.

Also, „Alkohol entspannt mich nicht“

  • Das ist wahr. Wenn ich dran denke, wie unwirsch ich die Kellner angepflaumt habe, wenn sie mit dem Nachschub nicht in die Gänge kamen, komme ich mir im Nachhinein total unentspannt vor.
  • Auch wenn jemand die letzte Flasche aus meiner Kiste getrunken hat und für mich nichts mehr da war, war ich alles andere als entspannt.
  • Verkaterte Tage waren für mich purer Stress, vor allem wenn ich noch den Alltag zu bewältigen hatte.

Nächste Umkehrung: „Kein Alkohol entspannt mich“

  • Das stimmt. Im betrunkenen Zustand habe ich oft aus einer Mücke einen Elefanten gemacht und Probleme gesehen, wo keine waren. Jetzt, wo ich nichts mehr trinke, komme ich gar nicht mehr in so blöde Situationen, für die ich mich hinterher entschuldigen muss, weil ich zu hysterisch war.
  • Boah, was mich auch total gestresst hat, waren die Blackouts. Habe ich irgendwas zugesagt, an das ich mich nicht erinnere? Habe ich über jemanden schlecht geredet oder sonst was Dummes angestellt? Diese Scham und dieser Stress sind jetzt einfach weg.
  • Was war das früher für ein Stress, weil ich auf Feiern immer irgendwie organisieren musste, wie ich nach Hause komme. Jetzt ist es ganz leicht: Ich setze mich einfach ins Auto und fahre nach Hause.

Noch eine: „Ich entspanne den Alkohol

  • Jawohl. Indem ich ihm einfach keinen Platz mehr in meinem Leben lasse, hat er auch keine Macht mehr über mich.
  • Kein Verhandeln mehr mit mir selber, wieviel ich heute/diese Woche/diesen Monat trinken darf. Was für eine Erleichterung.
  • Ich habe den Alkohol von seiner Aufgabe als persönlichen Gefühlsregulator entbunden. Nun sorge ich selbst für meine Gefühlswelt.

Tja, ich muss gestehen, offensichtlich habe ich mich geirrt. Entspannt hat mich der Alkohol vielleicht für Minuten, aber unterm Strich hat er mich wohl doch eher gestresst.

Corinna

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 Michael Weiger  /  ex&hopp - Alkoholfrei-Challenge